Bewertung & Einstufung

Auswertung der Analytik

  • Beurteilung der Messwerte auf Schlüssigkeit
  • Einstufung der Analytik gem. DeponieVO oder anhand Eingangskriterien anderer sinnvoller Entsorgungswege, z.B. energetische Verwertung, Bergversatz, chem.-physikalischer Behandlung.
  • Empfehlung geeigneter Entsorgungswege unter Vorgabe optimierter ökologischer und ökonomischer Kriterien.

Einstufung von Abfällen

Unter der Abfalleinstufung wird die Zuordnung eines Abfalls zu einer Abfallart mit einer sechsstelligen Abfallschlüsselnummer verstanden. Neben einer europaweiten einheitlichen Abfallbezeichnung ist das Ziel der Abfalleinstufung die Bestimmung der Gefährlichkeit, aus denen sich Register- und Nachweispflichten für alle an der Entsorgung Beteiligten ergeben (elektronisches Nachweisverfahren). Die Abfalleinstufung erfolgt unabhängig vom vorgesehenen Entsorgungsweg.

Grundlage für die Abfalleinstufung bildet die Verordnung über das Europäische Abfallverzeichnis (Abfallverzeichnis Verordnung, Kurz: AVV). Die vorrangig herkunftsbezogene Struktur der AVV gliedert in derzeit 16 Kapiteln die Abfallarten nach Branchen und in 3 Kapiteln nach der Art des Abfalls. Abfälle, die sich keinem Kapitel oder zu keiner Abfallart zuordnen lassen, werden im Kapitel 16 oder als „Abfall, anderswo nicht genannt“ geführt. Die Systematik der Zuordnung gibt dabei die AVV vor.

Es wird zwischen gefährlichen und nicht gefährlichen Abfallarten unterschieden. Die gefährlichen Abfallarten sind durch ein Sternchen an der Abfallschlüsselnummer gekennzeichnet (z.B. 20 01 13* Lösemittel). Abfälle, von denen angenommen wird, dass sie sowohl als gefährliche als auch als nicht gefährliche Abfallart anfallen können, werden in der AVV namentlich zweifach geführt und unterscheiden sich durch unterschiedliche Abfallschlüsselnummern (sog. „Spiegeleinträge“), (z.B. 19 12 06* Holz, das gefährliche Stoffe enthält, 19 12 07 Holz mit Ausnahme desjenigen, das unter 19 12 06 fällt).

Bei der Abfalleinstufung sind alle abfallspezifischen Informationen heranzuziehen (z.B. Abfallanalytik relevanter Inhaltsstoffe), um das Vorliegen einer gefahrenrelevanten Eigenschaft abzuprüfen. Die Bestimmung der gefährlichen Eigenschaften ist in der AVV jedoch nicht abschließend geregelt, so dass sich in der Praxis Bewertungslücken und Abgrenzungsschwierigkeiten ergeben.